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Siegerehrung 2015

Schülerinnen und Schüler als Theologen von morgen –

Preisträger mit dem Facharbeitspreis Religion 2015 geehrt


Die Gewinner des Facharbeitspreises 2015 stehen fest. Die jungen Theologinnen und Theologen wurden, im Rahmen einer Feier im Theatersaal der Universität Bonn, von den Dekanen der Katholischen und Evangelischen Fakultät Prof. Dr. Gisela Muschiol und Prof. Dr. Udo Rüterswörden geehrt. Die Teilnehmer stammen alle aus der elften Jahrgangsstufe (Q1) aus dem Kreis Bonn/Köln.

An dem zum elften Mal ökumenisch durchgeführten Wettbewerb hatten sich insgesamt knapp 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beworben. Die achtköpfige Jury aus Vertretern von Hochschule, Schule und evangelischer und katholischer Kirche haben unter den zahlreichen Einsendungen die besten ausgewählt.
Die ersten drei Plätze wurden mit einem Preisgeld von 300, 250  und 200 Euro prämiert. Zusätzlich gab es dieses Jahr einmalig einen Sonderpreis  für „Theologische Bezugswissenschaften“, der mit einem Preisgeld von 200 Euro belohnt wurde. Die Preisgelder wurden dieses Jahr von den 
evangelischen Kirchenkreisen an Sieg und Rhein, Bonn und Bad Godesberg/ Voreifel gestiftet.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Facharbeitspreises 2015

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Facharbeitspreises Religion 2015

Der erste Platz des diesjährigen Facharbeitspreises Religion geht an Judith Epremian vom Bonner Ernst-Kalkuhl-Gymnasium für ihre Arbeit mit dem Titel „Die fünfte Antithese aus der Bergpredigt (Mt 5, 38-42) und ihre heutige Bedeutung am Beispiel der Ermordung des Bischofs Rahho“.

Nach Ansicht der Jury erläutert die Autorin „auf eindrucksvoll aktuelle Weise und mit überaus kundiger exegetischer Sorgfalt die fundamentale Alternative der Praxis Jesu zu unseren alltäglichen  Rache- und Vergeltungsbedürfnissen und klärt über das oft missverstandene Talionsrecht ,Auge um Auge, Zahn um Zahnʻ auf. Die Bergpredigt stellt vor Augen, wie die Logik und Dynamik des Kreislaufes von Gewalt und Gegengewalt unterbrochen und das Unerwartet-Provokante erreicht wird: das Ins-Leere-Laufen der Rache. Dies bleibt Anspruch und Maßgabe christlichen Handelns, gerade auch in der Gegenwart – und so haben es auch namhafte Kirchenvertreter anlässlich der Entführung und Ermordung des irakischen Bischofs Rahho im Jahre 2008 getan, indem sie sich einer bloßen Vergeltung am Mörder des Bischofs widersetzten. Judith Epremian hat mit großem sachlichen Engagement diesen zentralen Gehalt der christlichen Botschaft vergegenwärtigt.“

Die Arbeit von Vincent Wieland vom Collegium Josephinum Bonn zum Thema „Oscar Romero – ein Seliger?! Eine Auseinandersetzung mit dem Seligsprechungsprozess unter besonderer Berücksichtigung der Rolle der Befreiungstheologie“ erhält den zweiten Platz.

„Die Facharbeit greift ein höchst aktuelles Thema auf: Die Seligsprechung des vor 35 Jahren ermordeten salvadorianischen Erzbischofs Oscar Romero durch Papst Franziskus am 23. Mai 2015. Beleuchtet und abwägend dargestellt werden die Rolle Romeros als Befreiungstheologe und die Auseinandersetzungen um die Seligsprechung des lateinamerikanischen Erzbischofs, die von verschiedenen Seiten verzögert und zu verhindern versucht wurde. Der Verfasser urteilt abwägend und lässt gleichwohl einen deutlichen eigenen Standpunkt erkennen.“

Den dritten Preis erhält Jana Riedel vom Clara-Schumann-Gymnasium in Bonn. Sie hat sich mit dem Thema „Nahtoderfahrungen – Eine Betrachtung zwischen Erfahrung, Theologie und Wissenschaft“ befasst. 

„Die Arbeit überzeugt durch die differenzierte und zugleich persönliche Auseinandersetzung mit der Thematik: Durch die Nahtod-Erfahrung einer Verwandten angeregt, klärt die Schülerin angemessen ausführlich und zielgerichtet verschiedene medizinische und psychologische Erklärungsmodelle. Sie vergleicht die geschilderten Motive und sprachlichen Ausdrucksmittel mit biblischen Ereignissen und kommt zu dem Schluss, dass es Übereinstimmungen darin gibt, wie mit metaphorischer Rede Erfahrungen zur Sprache gebracht werden, die sonst kaum mitgeteilt werden könnten. Wir würdigen, dass sich Jana Riedel mit einem solch anspruchsvollen Thema in kluger und differenzierter Weise auseinandergesetzt hat.“

Zusätzlich wurde ein Sonderpreis an Simon Grümme vom Albertus-Magnus-Gymnasium in Bergisch Gladbach Bensberg verliehen. Seine herausragende interdisziplinäre Arbeit im Fach Geschichte zum Thema „,Fest in der sozialistischen Gesellschaft verwurzelt’!? Die DDR zwischen Antizionismus und Antisemitismus“ erhielt den Preis für „Theologische Bezugswissenschaften“.

Die Jury erklärt dazu: „Die in einem Leistungskurs Geschichte entstandene Arbeit behandelt die Frage, wie in der DDR mit der Erinnerung an die Gräueltaten des Nationalsozialismus und insbesondere der Shoa umgegangen wurde. Auf vorbildliche Weise wird deutlich, wie Kernthemen des Religionsunterrichts auch in anderen Fächern aufgegriffen werden können. Dieses interdisziplinäre Engagement zeichnen wir mit einem Sonderpreis aus.“

Wir gratulieren allen Preisträgern und wünschen ihnen auf ihrem weiteren Lebensweg viel Erfolg!

Gewinnerinnen und Gewinner des Facharbeitspreises 2015

Die Preisträger des Facharbeitspreises Religion 2015 mit den Dekanen: Vincent Wieland, Judith Epremian, Simon Grümme und Jana Riedel (von links nach rechts) 

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